Aserbaidschan: Wintergäste am Kaspischen Meer und in der Steppe

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In den Rastgebieten der Zwergtrappe

Aserbaidschan ist einer der faszinierendsten ornithologischen Winter-Hotspots der West-Paläarktis. Trotz seiner vergleichsweise kleinen Fläche ist das Land in sehr abwechslungsreiche Landschaften gegliedert. Vor der Küste des Kaspischen Meeres liegen Sümpfe, Salzseen und Schilfgebiete. Im Binnenland gehen Agrarlandschaften oft in trockene Steppen über. Während sich an der Grenze zum Iran subtropische hyrkanische Laubwälder erstrecken, finden sich im Norden, im Großen Kaukasus, karge Hochgebirgswüsten bis in die alpinen Zonen. Viele Vogelarten aus Kontinentalasien und dem arktischen Russland nutzen das üppige Nahrungsangebot und die milden Klimaverhältnisse, um in der Ebene zu überwintern, darunter die wohl größte Ansammlung von Zwergtrappen weltweit. Wir wollen natürlich nicht nur zahlreich Zwergtrappen, Limikolen, Greifvögel und die verschiedensten Kleinvogelarten entdecken, sondern uns auch an den unterschiedlichen Landschaften erfreuen. Dabei erfahren wir Unterstützung durch unsere georgische Reiseleitung, die örtlichen Guides und eine sehr gastfreundliche Bevölkerung.

Detailbeschreibung

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Wir fliegen von Frankfurt direkt nach Baku und beziehen unser Hotel nahe der Küste zum Kaspischen Meer.

Am nächsten Morgen besichtigen wir zunächst die Halbinsel Abseron und das gleichnamige Schutzgebiet. Die zehn Kilometer lange und extrem schmale Landzunge ragt unmittelbar in die Kaspisee hinein. Sie ist gut geeignet für Limikolen (Stelzenläufer, See- und vielleicht Wüstenregenpfeifer), Möwen (Fischmöwe) und die Raubseeschwalbe. Der Merlin jagt sehr gerne im Strandbereich nach Kleinvögeln. Neben verschiedenen Finkenarten (Berghänfling) sind es vor allem Lerchen, die wir erwarten, darunter die Weißflügellerche, die in den Wermutsteppen Russlands brütet und in geringer Zahl in Aserbaidschan überwintert. Am Nachmittag fahren wir in den Gobustan-Nationalpark und besichtigen eine der charakteristischen Schlamm-Vulkane. Daneben suchen wir im felsigen Gelände Mauerläufer, Steinsperling, Felsenkleiber, Blaumerle und Felsensteinschmätzer. Entlang der Fahrtroute sind immer mal wieder Kaiseradler und Adlerbussarde auf Telefonmasten zu sehen.

Bevor wir in die Salzsteppe des Shirvan-Nationalparks fahren, besichtigen wir einen Schlamm-Vulkan. Im Shirvan ist die größte Population der seltenen Kropfgazelle im Kaukasus beheimatet. In den Sanddünen im Zentrum des Nationalparks wollen wir vor allem Zwergtrappen finden. Auch Korn- und Steppenweihe sowie Wanderfalke und die Sumpfohreule sind in der offenen Landschaft zu sehen. Sicher werden wir den Halsbandfrankolin entdecken. Am Nachmittag besuchen wir nahe der Kaspischen Küste den “Flamingo Lake”. Hier werden regelmäßig tausende überwinternde Wasservögel gezählt, darunter nordische Schwäne (Zwerg- und Singschwan), Gänse (Zwerg- und Rothalsgans), Taucher (Schwarzhals- und Ohrentaucher), Krauskopfpelikane, Rosa Flamingos, Zwergscharben und Enten (Marmel-, Moor- und Weißkopfruderente). Bei der Erkundung der Wattflächen können wir Watvögel (Stelzenläufer, Dunkler Wasserläufer, Seeregenpfeifer) sowie Zwergdommel und die Große Rohrdommel in den Schilfzonen entdecken.

4. Tag :
Kizil Agaj

Die Erkundung des berühmten Naturschutzgebietes Kizil Agaj (“Goldener Baum”) war bisher nur wenigen Menschen – meist sowjetischen Ornithologen – vorbehalten. Schon seit dem Jahr 1923 besteht das Schutzgebiet, in dem viele Greifvögel überwintern, darunter der Schelladler und viele Seeadler. Sicher sehen wir auch wieder verschiedene Limikolenarten (Weißschwanzkiebitz, Sumpfläufer und Zwergstrandläufer). Unter den Kleinvögeln sind Stelzen (Schaf- und Zitronenstelze), Bergpieper, Blaukehlchen und schilfbewohnende Arten wie Mariskenrohrsänger, Bartmeise und Seidensänger zu erwarten. Hier sahen wir auf vorhergehenden Reisen auch den Isabellwürger. An der Küste haben wir wieder gute Chancen, verschiedene Möwen- und Seeschwalbenarten zu beobachten, darunter Schwarzkopf-, Fisch-, Dünnschnabel- und Steppenmöwe. Gleichfalls ist mit der Armenienmöwe zu rechnen. Sehr regelmäßig wird am Strand der Sibirische Pazifikpieper gesehen.

Die hyrkanischen Wälder liegen schon unmittelbar an der iranischen Grenze. Sie besitzen Reliktcharakter mit endemisch vorkommenden Baumarten wie Zelkove, Flügelnuss und Eisenholzbaum. Die gesamte Flora zeichnet sich durch eine extrem hohe Biodiversität aus. In den schwer zugänglichen Wäldern leben Luchs, Bär und der persische Leopard, die wir wohl eher nicht sehen werden. Zu den nicht allzu vielen Vogelarten, die wir erwarten, gehören Vertreter der europäischen Avifauna, die in eigenen Unterarten vorkommen, so den kaukasischen Eichelhäher, Kleiber und Schwanzmeisen. Auch die Schwarzkehldrossel, die im Ural brütet und den Winter in den Talysh-Bergen verbringt, wollen wir finden. Zu unseren Zielarten gehören die Kaspische- oder Elbrusmeise und eine kaukasische Unterart des Buntspechts (ssp. Polzemi), die sich durch eine etwas kleinere Gestalt und eine braune Unterseite auszeichnet. Weitere Spechtarten sind Mittel-, Klein und Schwarzspecht.

Noch einmal sind wir in den Talysh-Bergen unterwegs. Unser Ziel ist die karge, baumlose Zuvand-Hochebene. In den Tälern davor findet eine sehr archaische landwirtschaftliche Nutzung statt. Davon profitieren Kleinvögel, die sich in großen Schwärmen unterschiedlicher Zusammensetzung zeigen. In den Dörfern sehen wir Steinkäuze und den Hausrotschwanz, der hier in einer eigenen Unterart vorkommt. Gleichfalls ist der Blutspecht anzutreffen. In den Obstgärten treffen wir sehr wahrscheinlich auf schwer zu unterscheidende Laubsängerarten (Kaukasus- und Sibirischer Zilpzalp). Auf der Hochebene achten wir auf Grau- und Zippammer sowie Trupps mit Bluthänflingen. Eine Besonderheit ist die hier überwinternde sibirische Fichtenammer. Desweiteren sind Ringdrossel, Chukarhuhn, Rotstirngirlitz und eine Unterart des Berghänflings anzutreffen. Auf die Leitungsdrähte sind Raubwürger nicht zu übersehen.

7-8. Tag

Dieses Schutzgebiet zählt zu den größten Überwinterungsgebieten für Wasservögel in der Kaukasusregion. Doch für uns sind nicht nur die Feuchtgebiete von Interesse, sondern wir wollen uns vor allem in den Halbwüsten aufhalten, in denen wir Zwergtrappen-Trupps begegnen, die oft tausende Vögel umfassen. Aus der Ferne erinnern die Formationen eher an Starenschwärme, als an Trappen. Etwa geschätzt zehn Prozent der Weltbevölkerung überwintern im Aga Gol-Nationalpark. Der Zwergtrappe wollen wir viel Zeit widmen, gleichfalls den Greifvögeln, die wir von Hügeln aus gut beobachten können. So lassen sich gut Falken- und Adlerbussarde nebeneinander studieren. Unter den vielen Goldregenpfeifern, die im Gebiet rasten, befinden sich mitunter kleinere pazifische Goldregenpfeifer. Gleichfalls sind Weißkopfruder- und Marmelente zu sehen. In den ausgedehnten Schilfgebieten leben Rohrkatze und Goldschakal. Ihre Beobachtung ist sehr wahrscheinlich. Am 8. Tag fahren wir nach Sheki, einer mittelalterlichen Stadt im Norden Aserbaidschans und übernachten dort.

Von Sheki aus haben wir an einem klaren Tag einen beeindruckenden Blick auf die schneebedeckten Berge des Großen Kaukasus. Die Erosionslandschaften unterhalb der Stadt sind gut für die eine oder andere Überraschung, da der milde Winter selbst für einige Insektenfresser ausreichend Nahrung bietet. In den Felsabbrüchen ist mit Blaumerle, Mauerläufer, Stein- und Alpenbraunelle zu rechnen. In den mit Koniferen bewaldeten Schluchten überwintern Schwanzmeisen, Girlitze und vielleicht sibirische Arten. Aus den schneebedeckten Bergen kommen Mönchs- und Gänsegeier bis ins Tal. Unser Ziel ist jedoch der Ajinohur Steppensee, in dessen Umgebung besonders viele Kalanderlerchen überwintern. Oft lassen sich Trupps mit tausenden Individuen beobachten. Im selben Gebiet rasten auch Kurzzehen- und Weißflügellerchen. Die Übernachtung ist wieder in Sheki.

Auf der Rückfahrt nach Baku stoppen wir an mehreren Stellen entlang des Flusses Türyancay und dem gleichnamigen Naturschutzgebiet. Hier zeigt sich noch einmal die naturräumliche Vielfalt Aserbaidschans. Ein kaum regulierter Flusslauf mit begleitenden Auenwäldern aus Silberpappeln, Platanen und Schwarzerlen. Dahinter kegelförmige und stark erodierte Hügel. Auf den Bergkuppen rasten mitunter Mönchsgeier. Sicher werden wir Kaiseradler sehen, die schon über ihre Brutgebiete kreisen. Viele Kleinvögel nutzen die frisch bestellten Ackerflächen zur Nahrungsaufnahme. Darunter eine Zippammer und immer wieder Weidensperlinge. Kurz vor Baku halten wir an einem Salzsee, der früher Teil des Kaspischen Meeres war. Sofern er nicht ausgetrocknet ist, beherbergt dieser See eine große Konzentration an Rosa Flamingos, Uferschnepfen, Stelzenläufer und Säbelschnäbler. Gegen Abend erreichen wir wieder Baku.

11. Tag :
Heimreise

Leider müssen wir schon sehr früh aufbrechen. Ein Direktflug der Lufthansa bringt uns nach Deutschland zurück.

Leistungen

Enthaltene Leistungen

  • Flug ab/ bis Frankfurt in der Economy-Class (andere Abflughäfen auf Anfrage, ggf. mit Aufpreis)
  • 10 Übernachtungen in Mittelklassehotels (Landeskategorie)
  • Vollpension
  • Alle Transferfahrten vor Ort mit einem Reisebus
  • Sonderfahrten mit 4x4 Geländewagen
  • Regionale Reiseleitung (englischsprachig) und Experten vor Ort
  • Professionelle, deutschsprachige und landeskundige Reiseleitung
  • Eintrittsgelder und Gebühren für Genehmigungen
  • Artenliste
  • Reisebericht

Nicht enthaltene Leistungen

  • Nicht erwähnte Verpflegung
  • Persönliche Ausgaben & Trinkgelder

Preis

2980€ in Doppelzimmer

3180€ in Einzelzimmer

Aufpreis bei 6 – 9 Teilnehmern: + 100,00 Euro pro Person

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Aserbaidschan: Wintergäste am Kaspischen Meer und in der Steppe
Ab 2.980€
/ Person im Doppelzimmer
Ab 3.180€
/ Person im Einzelzimmer

Reisefakten

  • Februar
  • 6-14
  • Mittelschwer
  • Fischmöwe, Zwergtrappe, Weißschwanzkiebitz, Steppen- und Kaiseradler, Mönchsgeier, Lannerfalke, Merlin, Marmelente, Graukopf-Purpurhuhn, Weißschwanz-Kiebitz, Felsensteinschmätzer, Felsenkleiber, Mauerläufer, Rotstirngirlitz, Schwarzkehldrossel, Kaspimeise, Kropfgazellen und Sumpfkatze.